Regierungsratsbeschluss RRB 1026. Gemeinnütziger Fonds (Beiträge 2026, 3. Serie) vom 23. September 2026

Der Zürcher Regierungsrat zeigt sich – der herrschenden Wohlstandsgesellschaft entsprechend – spendabel:

Auf Antrag des 2025 gegründeten Vereins HWC Zürich 2028 (Homeless World Cup Zürich 2028, unterstützt gemäss RRB, von zahlreichen Organisationen aus dem „kirchlichen, wissenschaftlichen und sportlichen“ Bereich) spricht die Zürcher Kantonsregierung aus dem Gemeinnützigen Fonds CHF 1’000’000 (bei einer Eigenleistung von CHF 200’000 durch den Verein und offenbar weiteren Leistungen von Stiftungen und Privaten von CHF 600’000) für die Ausrichtung des HWC 2028 in der Stadt Zürich (Strassenfussballturnier für obdachlose und armutsbetroffene Menschen).

HWC/Turnier

Der HWC entstand ursprünglich auf Initiative von Obdachlosenmagazinen 2003 in der Stadt Graz. Er hat gemäss den Organisatoren das Ziel, soziale Ausgrenzung zu bekämpfen und den Teilnehmern zu helfen „ihr Leben zu stabilisieren“. In der Regel wird der HWC jährlich und jedes Mal in einer anderen Stadt durchgeführt, letztmals 2025 in Oslo. 2028 soll die Veranstaltung in der Schweiz stattfinden.

Gemäss Begründung im RRB sollen rund 500 von Obdachlosigkeit, Armut und Ausgrenzung betroffene Menschen aus 50 verschiedenen Lädnern sowie ihre rund 300 Begleit- und Betreuungspersonen! in Zürich eine Woche der Gemeinschaft, des Miteinanders und der Gastfreundschaft erleben…Die Regierung rechnet, gemäss RRB, mit mehreren Zehntausend Zuschauern.

Zur Organisation des Anlasses gehört u. a. eine professionellen Turnierorganisation (welche offensichtlich nicht a fonds perdu arbeiten wird).

Auf das (hoffentlich vorhandene) Budget wird im ganzen RRB kein Bezug genommen!

Nicht-Konformität mit den Statuten des Gemeinnützigen Fonds

Die Veranstaltung entspricht nicht in allen Kriterien dem Gemeinnützigen Fonds des Kantons Zürich. Gemäss Begründung im RRB kann aber „von den Bedingungen abgewichen werden, da dieses einmalig im Kanton Zürich stattfindende soziale Vorhaben, mit regionaler, nationaler und internationaler Ausstrahlung eigens ein Trägerverein gegründet werden musste und zudem die Veranstaltungen und Wettbewerbe Mittel sind, um das Anliegen der Entstigmatisierung von obdachlosen und armutsbetroffenen, ausgegrenzten oder einsamen Menschen zu transportieren“ (Ende Zitat RRB).

Der Gemeinnützige Fonds ist dem Generalsekretariat des zurücktretenden Finanzdirektors Ernst Stocker (SVP) unterstellt.

Am 26.3.26 hat der Stadtrat von Zürich beschlossen, die Veranstaltung mit CHF 1.8 Mio zu unterstützen falls der Zuschlag durch die HWC Foundation erfolgt (steht noch aus) und der Kanton Zürich das Vorhaben ebenfalls unterstütze.

Fazit

  • Der Beschluss der Stadt Zürich vom 26.3.26 grenzt an Nötigung des Kantons Zürich!
  • Die Begründung der Regierung für die Auszahlung – trotz Nicht-Konformität mit den Statuten des Gemeinnützigen Fonds (siehe oben) – ist hanebüchend und wohl auch ein Hohn für die Mehrheit der Zürcher Steuerzahlenden und alle Einwohner des Kantons, welche an der Armutsgrenze leben! Sportlager in Schulen werden aus finanziellen Gründen gestrichen, dafür hat die Zürcher Regierung Geld für ein solches Turnier: „Legislatur-Endgame“.
  • In keiner Weise wird im RRB auf ein detailliertes Budget des organisierenden Vereins Bezug genommen!
  • Der Gemeinnützige Fonds des Kantons Zürich wird wieder einmal für einen Anlass gemolken, dessen Gemeinnützigkeit hinterfragt werden muss.
  • Die Aktivitäten des Fonds müssen zwingend durch die Finanzkommission des Kantonsrats unter die Lupe genommen werden (Auftrag an die Kantonale Finanzkontrolle zur genauen Prüfung des Budgets des geplanten Anlasses), was in einer Kommissions-Motion resultieren dürfte.
  • Interessant wird auch zu beobachten sein (sollte der Anlass stattfinden), ob und wie viele Asylanträge aus der Veranstaltung resultieren?