Regierungsratsprotokoll 1127. Axpo Holding AG, Wahl Verwaltungsrat (VR), Amtsdauer 2027 -2029, Schreiben an den Verwaltungsrat:

Die Zürcher Regierung schlägt, zusammen mit den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich, beide halten fast je hälftig zusammen 36.75% an der Axpo Holding AG, ihre bisherigen Vertreter für eine Wiederwahl für die Amtsdauer 2027-2029 vor. Es handelt sich um:

  • Dr. rer. pol. Peter Kreuzberg, geboren 1964, seit März 2017 VR-Mitglied
  • Katja Pluto, geboren 1971, seit 27.3.23 VR-Mitglied
  • Martin Bäumle, geboren 1964, seit 17.1.2025 im VR

Beschluss des Kantonsrats für eine Abweichende Stellungnahme zum Dringlichen Postulat KR-Nr. 30/2025 betreffend Schluss mit Lohnexzessen bei der AXPO! vom 26.10.2026

Der Rat hat mit 118:52 Stimmen von FDP, Die Mitte und GLP für eine Abweichende Stellungnahme zu diesem Postulat gestimmt, diese lautet wie folgt:

Die Eigentümer der AXPO (Kantone & Energiewerke) konnten dank den Forderungen aus Kantonsparlamenten mehr Mitspracherechte über die Vergütungen erwirken und das starke Vergütungswachstum etwas abschwächen. Dennoch ist die zentrale Forderung des Dringlichen Postulats noch nicht umgesetzt: Lohndeckel für alle Mitglieder der Geschäftsführung einschliesslich CEO bei einer Million Franken pro Jahr. Der Regierungsrat und der Verwaltungsrat der EKZ werden dazu aufgefordert, sich gemeinsam mit anderen Eigentümern weiter für die Umsetzung der Postulatsforderung einzusetzen und ansonsten die an der GV beantragte Vergütung abzulehnen. Es ist insbesondere zu erwirken, dass der Lohndeckel für jedes Mitglied der Geschäftsleitung (inklusive CEO) gilt und dass die Vorsorgebeiträge dabei ebenfalls berücksichtigt werden.

Ziel Lohndeckel nicht erreicht: Ein Hohn

„Uns ist nicht egal, welche Löhne sich die staatsnahen Betriebe auszahlen…denn wir haben es hier mit einer Bevölkerungsgruppe zu tun, es ist eine spezielle Bevölkerungsgruppe, erlaube ich mir zu sagen, bei der Mitglieder ihren Selbstwert oft an der Höhe des Einkommens messen...das führt dazu, dass die Höhe des Einkommens mit dem realen Gegenwert den eine Person, als Angestellte notabene…auch ein CEO ist ein Angestellter, schwer rechtfertigen kann, wenn man bedenkt, dass ein CEO auch heute immer noch das 5-fache eines Regierungsrates im Kanton Zürich verdient…Irgendwo kommt man einen Punkt wo man sagen muss, dass die erbrachte Leistung und der Lohn den man bekommt, keinen Zusammenhang mehr haben ausser dass sie der Bestätigung des Selbstwertgefühls und des Marktwerts dienen…“ Thomas Forrer (Grüne, Erlenbach, Fraktionschef der Grünen)

Das Ziel eines Lohndeckels wurde im vergangenen Geschäftsjahr der AXPO nicht erreicht. Der CEO erhielt mindestens CHF 1.65 Mio. Das neue Modell änderte daran wenig. Die GV genehmigte einen Topf von rund CHF 8 Mio für sechs Personen Wie dieser Topf verteilt wird, entscheidet der VR. Der CEO kann weit über CHF 1 Mio verdienen, was beim Bonus gekürzt wird, fliesst über höhere Pensionskassenbeiträge zurück. Deshalb verlangt die Abweichende Stellungnahme zu Recht einen Deckel für jede einzelne Person, Vorsorge eingerechnet. Der Fraktionschef der SVP im Kantonsrat, Tobias Weidmann (Winterthur Land, Hettlingen) erläuterte in seinem Votum die Gründe für einen Lohndeckel wie folgt:

  • Die Axpo Holding AG gehört der Bevölkerung. Es gelten Lohnmassstäbe der öffentlichen Hand und nicht der Privatwirtschaft.
  • Der grösste Teil des Gewinns des Gewinns stammt aus dem internationalen Handel in welchem die Axpo Holding AG eine führende Stellung einnimmt. Dort liegen auch die grössten Risiken. 2022 musste die Axpo einen Rettungsschirm des Bundes (CH 4 Milliarden!) beantragen, welcher in einer Feuerwehraktion durch die Finanzdelegation des Bundes gewährt wurde. „Die Gewinne gehen u. a.  an die Geschäftsleitung, das Risiko trägt der Steuerzahler. Das rechtfertigt keine Boni!“
  •  „Eine Million Franken ist ein sehr guter Lohn. Wer daneben noch Zeit für ein Verwaltungsratsmitglied bei der AMAG hat (Anmerkung Die Tribüne: Christoph Brand, CEO Axpo Gruppe), kommt damit gut über die Runden!“

Vorschlag des Zürcher Regierungsrates für Wiederwahl von zwei Axpo-VR-Mitgliedern nicht nachvollziehbar

Der Vorschlag des Zürcher Regierungsrates und der EKZ für die Wiederwahl von Frau Katja Pluto und insbesondere Herr Dr. Peter Kreuzberg ist für Die Tribüne nicht nachvollziehbar:

  • Beide VR-Mitglieder haben mutmasslich im Jahr 2023 und im Jahr 2024 für die exzessive Entschädigung der Geschäftsleitung der Axpo Holding AG gestimmt (oder zumindest für die Erhöhung der Pensionskassenbeiträge…)
  • Dr. Peter Kreuzberg (hat seine Kenntnisse u. a. bei Enron Europa als Direktor Handel Strukturierte Produkte erworben – siehe dazu das Votum des Herausgebers der Tribüne, Hans-Peter Amrein, im Zürcher Kantonsrat vom 24.10.22, zur Dringlichen Interpellation, Rettungsschirm Axpo: Ist der Kanton Zürich ein verantwortungsvoller Eigentümer) ist seit 2027 im VR und hat sicher seine Ablösung reichlich verdient!

Fazit

  • Der Vorschlag von Regierungsrat und Verwaltungsrat der EKZ für die Wiederwahl von zwei Vertretern des Kantons Zürich in den Verwaltungsrat der Axpo Holding AG ist für Die Tribüne nicht nachvollziehbar! Insbesondere die durch den Vorschlag besonders tangierten beiden Regierungsräte, Martin Neukom (Grüne) und Ernst Stocker (SVP, stehen in der Pflicht.
  • Das Votum der Vertreterin der FDP Fraktion, Sarah Fuchs (FDP, Meilen, Mitarbeiterin des Verbandes der Schweizerischen Verbandes der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen) zum Lohndeckel vom 26.10.26 strotzt vor Dünkel: U. a. warf Fuchs den befürwortenden Fraktionen der Abweichenden Stellungnahme „einen grossen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit“ vor.