Status quo ante
«Die FDP bedient sich zunehmend einer linken Rhetorik, um bei Zürcher Wahl- und Stimmberechtigten zu punkten» (Zürichsee-Zeitung, 28.3.26, Titel: «SP-Stadtrat muss sich wichtige Fragen stellen – und die FDP ist unaufrichtig»)
Von den amtierenden Zürcher Regierungsräten (7) treten anlässlich der kantonalen Erneuerungswahlen im Frühjahr 2027 gesichert deren drei zurück: Jacqueline Fehr, SP; Ernst Stocker, SVP und Carmen Walker Späh, FDP. Die beiden ebenfalls im Rentneralter befindlichen Regierungsräte Mario Fehr, parteilos und Silvia Steiner, Die Mitte, beide Jahrgang 1958 und somit im Wahljahr 69 Jahre alt, haben sich bis anhin noch nicht geäussert. Martin Neukom, Grüne (Jg. 86) und Natalie Rickli, SVP (Jg. 76) wollen für eine weitere Amtsperiode kandidieren. Gesamterneuert wird der 180 Mitglieder umfassende Zürcher Kantonsrat.
Demographischer Wandel («Klein-Zürich an der Goldküste») und unkontrollierter Linksdrift einer ehemals staatstragenden Partei
2024 wurden im Kanton Zürich 9808 Personen eingebürgert. Vorortsgemeinden der Stadt Zürich vermelden vermehrt Zuzüger aus der Stadt, so auch die grösseren Gemeinden am rechten Zürichsee mit einem hohem Mietwohnungsanteil. Daraus resultiert ein kontinuierlicher Linksrutsch.
Beispiel Kommunalwahlen 2026, Gemeinde Küsnacht (8953 Wahlberechtigte, 54.04% Stimmbeteiligung):
Der stark in der Kritik stehende Gemeindepräsident (FDP) wurde nach 20 Amtsjahren als Gemeinderat (GR) und 12 Jahren als Präsident nur mehr schlecht als recht wiedergewählt. Bei der Wahl des Gemeinderats kam es zu zwei saftigen Überraschungen: An 1. Stelle und mit 3367 Stimmen wurde ein «Parteiloser», Mitglied eines rot-grünen Wahlbündnisses, gewählt. Der 2023, anlässlich einer Ersatzwahl, erstmals gewählte linke Polizei- cum Tiefbauvorstand hatte sich, mit Zustimmung der FDP-Mehrheit im Gemeinderat (4 von 7), mit einer neu geschaffenen Tempo-20-Einbahn-Zone mit Velogegenverkehrsregime im Dorfzentrum, einem prominent neben dem Gemeindehaus platzierten Radargerät, dem Abbau von Parkplätzen sowie kongenialem Handeln mit dem zweitbestgewählten FDP-Hochbauvorstand in der Baukommission «einen Namen gemacht». Alt-Küsnachter bezeichnen das Dorfzentrum neu «Klein-Zürich». Ein weiterer Kandidat, als «Neuzuzüger» erst 6 Monaten im Dorf lebend und weitgehend unbekannter Vertreter der Mitte, wurde auch gewählt. Nicht gewählt dagegen wurde der im Dorf aufgewachsene- und lokal stark verbundene zweite Kandidat (Kommandant Seeretter, langjähriger Leiter Freizeitzentrum) der seit den letzten Nationalratswahlen wählerstärksten Partei im Dorf, der SVP . Warum? Haben viele Wähler der FDP und von Linksparteien dem SVP-Mann einen Vertreter der Mitte und einen Linken vorzogen? Gut möglich. Jährlich ziehen aber auch rund 1’500 Menschen nach Küsnacht und etwa die gleiche Anzahl Einwohner wieder weg. Unter den zuziehenden Schweizer Bürgern sind offensichtlich viele gutverdienende Akademiker und Staatsangestellte (wie auch der wiedergewählte Linke und der Neuzugüger), mit Kindern. Als Hauptgrund für den Zuzug werden an erster Stelle «die guten, öffentlichen Schulen» genannt.
Durch den forcierten Bau von «erschwinglichen Wohnungen» (Credo FDP-Mehrheit im GR) und noch vermehrte Zuzüge aus den Städten verstärkt sich der latente Linksrutsch in der Gemeinde wohl noch weiter.
Wette der Tribüne
Eine sich stark verändernde Demographie und der eindeutige Linksdrall in den Vorständen der jahrzehntelang die Zürcher Vorortsgemeinden dominierenden FDP-Kommunalparteien werden 2027 anlässlich der Regierungs- und Kantonsratswahlen zum Treiber für grössere Verluste der FDP. Ein zusätzlicher Treiber für ein weiteres Abdriften der Partei in der Wählergunst ist auch die positive Haltung von FDP Schweiz und Kanton Zürich zu den Verträgen mit der EU. Dies manifestiert sich durch ein vermehrtes Abwenden älterer und klar «bürgerlicher“ FDP-Stammwähler und Parteimitglieder. Die Tribüne erwartet 2027 für die FDP grössere Sitzverluste im Zürcher Kantonsrat (mindestens von 5 bisher 30 Sitzen). Gewinner: GLP und SVP.
Städtische Linke bevorzugende Sitzzuteilung
Zu erwähnen sei auch, dass die Sitzverteilung auf die kantonalen Wahlkreise nach Einwohnerzahlen (Summe aller In- und Ausländer) und nicht nach Anzahl Schweizer Bürgern erfolgt, was die linke Wählerschaft in den ausländerstarken Städten anlässlich der Wahlen 2027 weiter bevorteilt.
Ausblick auf Regierungs- und Nationalratswahlen 2027
Derzeit verfügen die bürgerlichen Parteien (FDP, Die Mitte, SVP) über eine nominelle Mehrheit im Regierungsrat. Gute Chancen bei den Regierungsratswahlen 2027 darf sich besonders die GLP ausrechnen. Aufgrund ihres Stimmverhaltens im Gemeinderat der Stadt Zürich und vermehrt auch im Kantonsrat muss die im RR (noch) nicht vertretende GLP (Volksmund: «Wassermelonen-Partei») als bürgerlicher Wackelpartei betrachtet werden. Ein möglicher Sitzgewinn der GLP, rechnerisch auf Kosten der FDP, führte wohl nicht zu mehr bürgerlichem Gedankengut in der Regierung. Dem Erhalt des FDP-Sitzes dient auch nicht, wenn wie beschrieben eine grössere Anzahl bisheriger FDP-Sympathisanten nicht mehr bereit ist, ihrer immer mehr in eine links-liberale Traumwelt abdriftende Partei ihre Stimme zu geben. Möglicherweise werden diese bürgerlichen Wähler auch gar nicht mehr an die Urnen geht, sind sich doch auch nicht bereit weder der SVP noch den sich im Kanton Zürich auch (vermehrt) links von der Mitte positionierenden Parteien von GLP und Die Mitte ihre Stimme zu geben. Und die Zustimmung der Mehrheit der FDP-Führungsriege zu den EU-Verträgen hilft dabei auch nicht.
Ein als RR-Kandidat der FDP derzeit meistgenannter Jung-Nationalrat, Presse- und Schweizer-Illustrierte-Liebling mit – wenn überhaupt- überaus dürftigem Führungs-Rucksack, dafür mit anwartschaftlichem Milliardenerbe der Ehefrau, ist bei weitem noch nicht gewählt. Gleiches gilt für eine von der Presse und dem linken Parteiflügel gehypte Verbands-Managerin, Jung-Mutter und Jung-Kantonsrätin, mit dürftigem Führungs- und überaus dürftigem politischem Leistungsausweis. Grösster Erfolg der Verbandsangestellten bis dato: Anlässlich der Delegiertenversammlung der Kantonalpartei der FDP im April 2026 konnte die Dame die Mehrheit der Anwesenden von einer Stellvertreter-Lösung im Parlament überzeugen…
Fazit
- Verliert die ehemals staatstragende Partei ihren letzten RR-Sitz, so geht die bürgerliche Mehrheit in der Regierung des volkswirtschaftlich wichtigsten Kantons unseres Landes verloren. Bei den im Herbst 2027 folgenden Nationalratswahlen sieht es aus erwähnten Gründen für die FDP-Deputation des Kantons Zürich in Bern kein Mü besser aus!
- Muss sich die FDP des Kantons Zürich nach den Wahlen 2027 vorwerfen lassen, die derzeit noch bestehende bürgerliche Mehrheit im Kanton mit ins Elend geritten zu haben? Auszuschliessen ist dies nicht, die sich abzeichnenden Wahlverluste wären zu 100% selbstverschuldet!