„FDP überholt SVP bei den Hauseigentümern (Acht von zehn eigentümerfreundlichsten Kantonsparlamentariern sind Freisinnige)“ – so der reisserische Titel des Qualitätsjournalisten Zeno Geisseler in der NZZ vom 22. Oktober 2026.
Was Geisseler hier kolportiert (basierend auf Angaben des HEV Zürich, welcher sich – im Gegensatz zum HEV Schweiz – fest in den Händen von FDP Proponenten, allen voran dem langjährigen Direktor und alt FDP-Gemeinderat Albert Leiser befindet) ist in den Augen der Tribüne ein, im Hinblick auf die Kantonsratswahlen 2027, hoffentlich schon erreichter Tiefpunkt dieses noch jungen Wahlkampfes.
Leiser, ein altes FDP-Schlachtross, ist bekannterweise der SVP nicht unbedingt nahe stehend. Er begründet den vorliegenden statistischen Unsinn mit dem in der laufende Amtsperiode gemachten Vorstoss der SVP Fraktion, dass Mieter dreissig Prozent ihrer Mietkosten vom steuerbaren Einkommen abziehen hätten können, was er offensichtlich als „eigentümerfeindlich“ und „einseitige Begünstigung der Mieterschaft“ einstuft.
Unsinn
Dass die NZZ parteipolitisch „gefärbt“ ist, ist allseits bekannt und dass Zeno Geisseler wohl einer der angesehensten, unabhängigsten und kritischsten Journalisten auf dem Platz Zürich ist auch. Doch was Geisseler in diesem Artikel – basierend auf Angaben des HEV Zürich – kolportiert, ist nicht nachvollziehbar.
Die Rangliste scheint willkürlich und offensichtlich auf Mist gewachsen zu sein und ist deshalb statistisch unbrauchbar:
- Wie sollen die kolportierten Differenzen unter der SVP Fraktion möglich sein, einer Fraktion welche praktisch immer einheitlich abstimmt?
- Die Erklärung kann nur technischer Natur sein, d. h. die statistischen Unterschiede müssen auf verschiedenen Zeiträumen und auf statistisch nicht berücksichtigten Absenzen basieren!
Fazit
- Die FDP des Kantons Zürich ist enorm unter Druck, hat sie doch bei den letzten Wahlen in verschiedenen Kantonen sowie auch bei den Kommunalwahlen im Kanton Zürich nicht überall wie erhofft abgeschnitten: Angriff scheint deshalb der beste Weg der Verteidigung kontinuierlich schwindender Kräfte zu sein.
- Erstmals haben sich FDP und FDP (bürgerlicher- gegen links-liberalen Flügel) eine üble Schlammschlacht um einen Richterposten im (Stamm-) Bezirk Meilen geliefert. Und die kantonale Parteileitung hat nicht eingegriffen, ja sie feuerte den heftigen Kampf noch an Auch dies sind Zeichen langsam fortschreitender Abnutzungs-, ja von Auflösungserscheinungen.
- Die alte Garde der FDP (der immerjunge Parteipräsident Filippo Leutenegger ist Jahrgang 1952! und konzentriert sich vor allem noch auf Politaperitifs und der im Pensionsalter stehende Direktor des HEV Zürich, Albert Leiser, Jahrgang 1957) hat ihre politische Blütezeit hinter sich und bereitet sich auf ihren wohlverdienten Abtritt nach den Nationalratswahlen im Herbst 2027 vor. Sie hat offensichtlich an Gründlichkeit verloren. Bis dahin würde sich die FDP und ihre Wasserträger HEV Zürich und NZZ besser wieder vermehrt auf die alten Tugenden des Freisinns, das Freidenkertum und die liberalen Grundwerte und weniger auf fragwürdige Statistiken stützen!