Die Zürcher Handelskammer, eine FDP-nahe Institution, hat eine Studie, mit dem Titel Beteiligungen des Kantons und der Stadt Zürich, datiert vom 2.4.2026, des Basler Beratungsunternehmens BBS publiziert. 

Unternehmergruppe Wettbewerbsfähigkeit

Die Studie wurde im Auftrag der Unternehmergruppe und deren „Arbeitsgruppe Konkurrenz und Staatsbetriebe“ erstellt:

Für den Vorstand dieser Gruppe zeichnen Kaspar Niklaus, COO DocMorris; Dr. Roland Maurhofer, Teilhaber Eligendo AG und Leiter AG Konkurrenz durch Staatsbetriebe; Felix Oeschger, Managing Partner Mosaik Capital AG; Marcel Suter, Unternehmer und Kantonsrat SVP Zürich; Beat Baumgartner, Rechtsanwalt; Stefan Metzger, Inhaber C4i Partners AG und Michael Schmid, alt Gemeinderat und Fraktionschef FDP Stadt Zürich. Die Geschäftsstelle wird durch Christian Bretscher (Geschäftsführer Zürcher Bankenverband, Besitzer bretscher + partner AG) und Samuel Blum, Rechtsanwalt geleitet.

Dem Politischen Beirat gehören die Kantonsräte Dr. Reto Agosti, Andreas Juchli und Fabian Müller, alle FDP; Marc Bochsler, Stefan Schmid und Marcel Suter, SVP; Marzena Kopp, Die Mitte; Christa Stünzi, glp und die Nationalräte Yvonne Bürgin, Die Mitte; Nina Fehr Düsel und Martin Hübscher, beide SVP; Philipp Kutter, Die Mitte und Andri Silberschmidt und Beat Walti, FDP sowie eine Anzahl Gemeinderäte und alt Politiker an.

Studie

Die Verfasser der Studie haben die folgenden Beteiligungen von Stadt und Kanton Zürich „geprüft“ (in Klammern das „Prüfergebnis“):

Beteiligungen des Kantons Zürich

  • Axpo Holding AG (Weiterer Prüfungsbedarf: U. a. umfassende, risikobehaftete Geschäftsaktivitäten im internationalen Energiehandel und Expansion in wettbewerblich Märkte, Bespiel CKW-Töchter, Tochterfirmen und Vertretungen in über 30! Ländern)*
  • EKZ (Nachdrücklicher Prüfungsbedarf: Starker Ausbau von Sparten in wettbewerblichen Endkundenmärkten (z. B. Elektroinstallationen/Heiztechnik), welcher private Anbieter verdrängt*
  • Abraxas Informatik (Nachdrücklicher Prüfungsbedarf: Erbringung von ICT-Dienstleistungen in einem kompetitiven Markt)
  • e-Operations Schweiz AG (Kein weiterer Prüfungsbedarf: Koordination von gemeinsamen Beschaffungsprojekten bei Softwarelösungen ermögliche Skaleneffekte)
  • Technopark Winterthur AG (Weiterer Prüfungsbedarf: Clusterförderung basiere auf der Annahme positiver volkswirtschaftlicher Externalitäten. Der Nachweis der Wirksamkeit und die Notwendigkeit seien zu prüfen)

* Die Unterbeteiligungen der Axpo Holding (Beispiele: Axpo Grid AG, Axpo Hydro AG, Axpo Power AG, Axpo Solutions AG, CKW AG, Swissgrid AG, Axpo Trading AG, Volkswind GmbH um nur einige- unter vielen weiteren Beteiligungen zu erwähnen) sind hier nicht einzeln aufgelistet und deren teilweise enormes Risikopotential wird hier nicht einzeln beleuchtet!

* Die Unterbeteiligungen der EKZ (Beispiele: EKZ Contracting AG, EKZ Eltop AG, EKZ Renewables AG, Repower AG, Primeo Energie AG, 18.41% Beteiligung an der Axpo Holding AG!, Wellenberg Wind AG, Swissgrid AG etc.) sind hier nicht alle aufgelistet und deren teilweise enormes Risikopotential (Beispiel: Axpo Holding AG) wird nicht einzeln beleuchtet

Beteiligungen der Stadt Zürich

  • ewz (Nachdrücklicher Prüfungsbedarf : Starke Expansion in Märket ausserhalb des Kernauftrags, z. B. ausländische Stromproduktion, Ladeinfrastruktur mit Inkaufnahme von Wettbewerbsverzerrungen)* 
  • Energie 360 Grad (Nachdrücklicher Prüfungsbedarf: Starker Ausbau von Dienstleistungen in kompetitiven, dezentralen Energiemärkten, welche private Anbieter verdrängen)**

* Die Unterbeteiligungen der ewz (Beispiele: ewz (Deutschland) GmbH, AG für Kernenergie Beteiligungen; Kernkraftwerk Gösgen-Däniken etc.) und deren Risikopotential werden nicht einzeln beleuchtet

** Unterbeteiligungen und deren Risikopotential werden hier nicht einzeln beleuchtet

Zürcher Kantonalbank (ZKB )

  • Die Zürcher Kantonalbank, eine öffentlich-rechtliche Anstalt und die grösste Beteiligung des Kantons (grösses Klumpen- und Reputationsrisiko) fehlt auf der Liste (Nachdrücklicher Prüfungsbedarf: U. a. überdimensioniertes Hypothekarbuch, Ausserkantonales Kreditgeschäft, Handelsaktivitäten, insbesondere in Derivaten und deren Bewertung, forcierte Akquisition von ausländischen Privatkunden und daraus resultierend enormes Reputationsrisiko etc.)

Weiteres, fehlende Prüfungsergebnis

  • Das Auslandengagement der EKZ als Risikotreiber fehlt auf der Liste (siehe oben) im Executive Summary (Warum verkaufen ausländische Investoren ihre Solaranlagen und Windmühlen an ein schweizerisches Energieunternehmen? Aus Renditeüberlegungen?  Aus anderen Überlegungen? – siehe in diesem Zusammenhang Kommentar Prüfungsbedarf ewz)

Fazit

  • Gewisse Beteiligungen sind nicht weniger und nicht mehr als „Tickende Zeitbomben“ einzuschätzen!
  • Die Beteiligung an der Axpo Holding AG (direkt und via EKZ) und der Besitz der ZKB sind Klumpenrisiken für den Kanton: Die Politik kommt nicht darum herum, eine Auslagerung oder den Verkauf von Teilen der beiden Grossbeteiligungen zu evaluieren.
  • Eine überaus informative-, wichtige Studie: Eine detaillierte Würdigung durch den Regierungsrat und die Kantonale Finanzkontrolle ist ein M u s s! 
  • Die Studie darf nicht-, in typischer Politikermanier, sang- und klanglos in den Schubladen verschwinden!
  • Der Zürcher Kantonsrat, nach Absprache zwischen allen Fraktionen, tut gut daran, die Einsetzung einer „Sonderkommission Beteiligungen“ (Beipiel ZKB Sonderkommission 2013) – mit klarem Auftrag und Zielen – zu beschliessen!