Die ZKB verfügt über ein AAA Rating (ohne Staatsgarantie AA+) und eine explizite und implizite Staatsgarantie des Kantons Zürich.
Konzerngewinn vor Steuern: CHF 1.422 Mia (+10.3%, Vorjahr CHF 1.289 Mia); Konzerngewinn nach Steuern: CHF 1.241 Mia (+ 10.8%, Vorjahr CHF 1.241 Mia).
Stabiles Zinsergebnis trotz Niedrigzinsumfeld: CHF 3.215 Mia (+4%).
Erfolg aus Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft: CHF 1.082 Mia (+ 5.7%). Netto-Zinserfolg CHF 1.689 Mia auf Vorjahresniveau.
Kundenvermögen CHF 589 Mia (+ 11.2%)
Handelserfolg: CHF 427 Mio (+21%, Vorjahr CHF 353 Mio), davon CHF 232 Mio aus Devisen, Noten und Edelmetallen (+58.9% gegenüber Vorjahr) und Erfolg aus Handel mit Aktien und strukturierten Produkten CHF 101 Mio (28.5% gegenüber Vorjahr).
ZKB Kreditengagement gegenüber Firmen: CHF 41 Mia, davon Wirtschaftsraum Zürich 80%. Marktdurchdringung Firmenkunden im Kanton Zürich (mit und ohne Finanzierungen) grösser als 50%.
Hypothekarbestand: CHF 111.2 Mia (Vorjahr 106.6 Mia).
Das Volumenwachstum im Kredit- und Hypothekargeschäft konnte die rückläufigen Erlöse im Passivgeschäft nicht ausgleichen.
Führende Rolle im Schweizer Kaptalmarktgeschäft: 19 Eigenkaptialtransaktionen an der SIX, Totalvolumen CHF 16.5 Mia (Marktanteil 21% im CH-Inlandssegment).
„Wo eine rekordhohe Ausschüttung erfolgt, wird leider nicht immer Alles und vor allem nicht immer das Richtige hinterfragt:“
Für das Geschäftsjahr 2025 der ZKB erhalten die Zürcher Gemeinden eine rekordhohe „Dividende“ von CHF 175 Mio (wird „pro Kopf“ auf die Gemeinden aufgeschlüsselt).
Der Kanton darf sich auf CHF 181 Mio „Dividende“, der Abgeltung der Staatsgarantie von CHF 34 Mio und der Abgeltung der Selbstkosten für das Dotationskapital von CHF 22 Mio freuen. Dazu kommt eine „OECD-Mindeststeuer“ von CHF 169 Mio.
Somit beläuft sich der „Geldregen“ von der ZKB an Kanton und Gemeinden für das Geschäftsjahr 2025 total CHF 406 Mio, was ca. 2% des Einkommens des Kantons Zürich entspricht.
Implizite- und Explizite Staatsgarantie – Klumpenrisiko für Kanton und Bund!
Noch nie in den letzten Jahren hat es der CEO der ZKB an einer Bilanzpressekonferenz der Bank so klar und deutlich ausgedrückt (Danke!): Der Kanton Zürich garantiert nicht nur durch eine explizite Staatsgarantie für die ZKB, nein der Kanton müsste im Krisenfall auch nur schon mit seiner impliziten Staatsgarantie für die Bank haften.
(Eine implizite Staatsgarantie besteht leider auch für die Axpo Group! Der Bund war während Corona im Jahr 2021 aufgrund von Marktverwerfungen gezwungen – waren doch der Kanton Zürich und die anderen Eigner-Kantone auf die Schnelle nicht in der Lage dies zu tun- der Axpo eine CHF 4 Mia Garantie zu gewähren).
Personal
Personalbestand: Stammhaus und restliche Konzerngesellschaften: 5’809 (+2.4 % – ohne verkaufte ZKB Oesterreich); Personalaufwand CHF 1’249 Mia (+2.1%)
Fazit
Ob der Kanton Zürich seine implizite und explizite Staatsgarantie für die ZKB im Krisenfall leisten könnte, steht in den Sternen (gleiches gilt für die AXPO – im Jahr 2021 musste der Bund einen Schutzschirm von CHF 4 Mia über der AXPO ausbreiten). Die Tribüne bezweifelt dies!
Was den rekordhohen Hypothekarbestand der ZKB betrifft, erachtet Die Tribüne diesen als rund einen Drittel zu hoch. Die Bankleitung würde dazu wohl argumentieren, ein entsprechender Cap in der Bilanz würde die Konkurrenzfähigkeit der Bank massgeblich beschädigen…(Dazu: Betreffend das Hypothekar-Volumen in unserem Lande hat die Schweizerische Nationalbank in den vergangenen Jahren mehrmals in ihren Jahres- und Quartalsberichten gewarnt!).
Zum Handelsbuch und der Risikobewertung der Handelsaktivitäten (inklusive Derivate und entsprechendes „Netting“) äussert sich Die Tribüne an dieser Stelle nicht, liegt ihr der gedruckte Jahresbericht der Bank noch nicht vor. Liegt das Exposure und die Risiko-Bewertung, insbesondere des Derivatehandels, im Rahmen der Vorjahre, so müssen gewisse Bedenken angemeldet werden!
Eines ist sicher: Falls die Axpo Group aufgrund von Marktverwerfungen wieder in Schwierigkeiten gerät (und dies würde gemäss Ansicht Der Tribüne in jedem Falle einiges vor der ZKB geschehen), dann ist der Kanton Zürich weiter nicht in der Lage für das Unternehmen und auch nur für seinen 36.75% Anteil an der Axpo gerade zu stehen.
Somit würde er es wohl zu einem- (hoffentlich nicht!) später eintretendem Zeitpunkt, trotz anderwärtiger Beteuerung von Bank und FINMA und höher als marktüblichen Capital-Ratios, ziemlich sicher unmöglich sein, dass der Kanton Zürich allein die ZKB aus Marktverwerfungen heraus retten könnte. Und dies trotz einer stärker und signifikant über den Eigenmittelanforderungen stehenden Kapitalbasis („Kennzahlen“: Anforderung 20.7 „going concern“; Ist Zustand 32.2, davon 22.7 going concern und 9.5 gone concern;, CET- hartes Kernkapital: 21.2% per 31.12.2025 versus geltende Minimalanforderung von 9.5% per 31.12.25).
- Auf einem Allzeithoch der Partizipation von Kanton und Gemeinden am Gewinn der Bank müssen anlässlich der Budgetierung für das Folgejahr diese „Einnahmen“ von Kanton und Gemeinden hinterfragt werden. Heute ist dem meist nicht so: Die Ausschüttungen von Bund (Nationalbank) und von ZKB und EKZ werden als „gegeben“ zu den Einnahmen des Staatshaushaltes für das Folgejahr eingerechnet. Dies ist nicht nur gefährlich, sondern nach Ansicht Der Tribüne auch fahrlässig, leben wir doch in Wirtschaftszyklen und Herausforderungen (wie oben erwähnt) und Krisen sind nach vielen „Honigjahren“ leider spätestens jetzt im Bereiche des Möglichen!
- Auf Allzeithoch der Ausschüttungen an Kanton und Gemeinden aus dem Gewinn der Bank m u s s die Politik die Staatsgarantie für die Bank hinterfragen!
Ausblick
Gemäss Bankleitung wird das Geschäftsjahr 2026 aus folgenden Gründen herausfordernd:
- Unterdurchschnittliches Wachstum in der Schweiz
- Sehr grosse geopolitische Unsicherheit
- Herausforderndes Zinsniveau
Und doch wurde klar festgehalten, das breit abgestützte Geschäftsmodell biete aber auch Chancen: Erwähnt dafür wurde die Diversifizierung der Bank (Deutsch: Der Universalcharakter der Bank).